Freitag, 6. Februar 2015

Gigbag für eine BC Rich Stealth Chuck Schuldiner




Es ist nicht so einfach ein passendes und hochwertiges Gigbag für eine BC Rich zu finden. Daher die gute Nachricht an alle: Eine BC Rich Chuck Schuldiner passt in das unten abgebildete Gigbag hinein. Wie von Ritter nicht anders zu erwarten ist es sehr gut verarbeitet und gepolstert.



Ritter Kelly gigbag

Mittwoch, 14. Januar 2015

B.C. Rich Chuck Schuldiner review

Diese Gitarre habe ich mir gekauft, weil mich die Kombination durchgehender Hals/ einteiliger Steg interessiert hat. Außerdem war ich fasziniert thomann von den Thomann-Klangbeispielen dieses Modells, weil die Chuck-Schuldiner-Stealth irgendwie völlig anders klingt als die meisten anderen E-Gitarren, sehr fett, aber trotzdem mit sehr viel Attack. Das Einzige, was mir im Vorfeld Sorgen bereitet hat, ist die in vielen Reviews erwähnte Kopflastigkeit.
Also gleich mal als Weihnachtsgeschenk bestellt ... thomann

Die Verarbeitung ist erstklassig. Das Instrument ist Made in Korea. Sogar die Werkseinstellung ist hervorragend und ich brauchte tatsächlich keine neuen Saiten aufzuziehen, da die ab Werk aufgespannten D'Addarios wie neu klingen. Der Hals ist sehr komfortabel bespielbar, die Halsdicke bewegt sich im gesunden Mittelfeld, also weder thomann ein Baseballschläger noch ein Ibanez-Brett. Auch bei der Bundierung zeigt sich keine Schwäche, alle Töne klingen gleichmäßig aus, auch in den höheren Lagen. Die oben erwähnte Kopflastigkeit ist allerdings wirklich extrem. Mit einer angepassten Haltung (rechter Arm auf dem Korpushorn; Gitarre muss relativ hoch hängen; also nix für thomann Slash) bekommt man das aber leicht in den Griff. Dafür wird man dann mit einem tollen Sound belohnt:

Ich habe noch keine E-Gitarre besessen oder gespielt, die so schnell anspricht wie diese BC Rich Chuck Schuldiner. Man muss nur leicht anschlagen und die Töne springen geradezu aus thomann dieser Gitarre heraus. Diese Eigenschaft zeigt sich auch rein akustisch schon und wird vom verbauten Di Marzio X2N perfekt unterstützt.
Der DiMarzio war die zweite Komponente, die mir vor dem Kauf Kopfschmerzen bereitet hatte. Der X2N wird als Ultra-Brutalo-PU gehandelt und ich bewege mich mehr im Classic-Rock bis thomann Progressive-Rock-Bereich.
Hier kann ich Entwarnen: Der X2N taugt auch für gemäßigtere Sounds, mit runtergedrehtem Volume sind sogar ansprechende warme Clean-sounds möglich (Jazz?)

Durch die schnelle Ansprache macht es auf dieser Gitarre besonders viel Spaß Wechselschlag zu spielen, das geht hier leichter als auf anderen Gitarren ( so thomann konnte ich mein Metronom sofort etwas höher schrauben, was mich dann doch etwas überrascht hat). Und genau so hat Chuck ja auch gespielt, viel und schnelles Alternate picking und er wusste scheinbar ganz genau was für ein Instrument dafür am besten geeignet ist.

Für mich ist diese BC Rich ein kleines Wunder an Spielfreude. Und alle Bedenken, die ich vorher hatte, wie die Kopflastigkeit und der Pickup stellten sich als unbegründet heraus.
Dieses Instrument ist viel flexibler als man vorher auf Grund der spartanischen Ausstattung und der Optik vielleicht denkt.

Mittwoch, 1. Mai 2013

Vienna Jazz drums

Da ich mir finanziell keinen echten Schlagzeuger leisten kann und will, experimentiere ich schon länger mit Drum-Libraries. Insbesondere mit BFD, das ich mir vor Jahren mal geleistet hatte. Mit den enthaltenen Drum-sets war ich nie so richtig glücklich und so investierte ich vor kurzem auch noch in ein Set eines Drittanbieters. Dieses Set von Platinum Samples brachte mich erstmal einen großen Schritt weiter. Jedem User von BFD kann man nur wärmstens empfehlen, sich dort mal umzuschauen. Ich habe mir das Rock Legends Quick Pack geholt, dass gerade mal 59 Euronen kostet, und stellte fest, dass die Platinum Samples an Klang und Detailreichtum alles in den Schatten stellen, was in BFD enthalten ist. Zusätzlich gibt es auch noch feine Mixer-Presets dazu.

Aber es geht noch besser. Bei BFD hat mich schon immer gestört, dass das Programm nicht genügend Artikulationen bereit stellt. Das können auch die tollen Samples von Platinum Samples leider nicht ändern. Wer schon mal versucht hat in einem Midi-Editor (bei mir ist das Logic 9) einen realistischen Snare-roll oder Flam zu programmieren, weiß, dass es quasi unmöglich ist zu einem guten Ergebnis zu kommen. Ich habe wirklich viel versucht: Unregelmäßige Velocity-Verläufe eingezeichnet, Akzente gesetzt, zusätzlich noch andere Controller gesetzt, leider alles vergeblich. Noch schlimmer klingt das bei Tom-Rolls oder Cymbal-Swells. Also muss man bei BFD mit Kompromissen leben, oder einfach auf Snare-Rolls und andere schöne Dinge verzichten.

Nun komme ich aus der Klassik und setze dort gerne die VSL Special Edition ein. Das ist ein wirklich ausgereiftes Produkt mit hervorragendem Klang. Und dort bei VSL entdeckte ich eines schönen Tages in der hintersten Ecke des Angebots die Vienna Jazz drums (Da VSL sonst nur im klassischen Bereich zu Hause ist, schämen sie sich vielleicht und haben die Jazz drums versteckt, um die Klassiker nicht zu erschrecken). Diese Jazz drums ließen mir keine Ruhe, weil ich mit den anderen Produkten von VSL so gute Erfahrungen gemacht hatte. Ich versuchte mir den Kauf aber noch auszureden: "Du willst Progressive Rock mit Double-bass machen, da wird ein Jazz Drumset bestimmt nicht passen". "Für 95 Euro kann das nicht so gut sein wie BFD".

Nachdem ich mir die Beschreibung der Vienna Jazz drums durchgelesen hatte, war ich aber noch neugieriger geworden, denn VSL verfolgt ein ganz anderes Sample-Konzept als BFD und Platinum Samples: Bei den gängigen Drum-Libraries wie BFD werden möglichst viele Velocity-Stufen für eine Artikulation gesampelt. Bei Platinum Samples können es bis zu 250 Velocity Stufen sein. Ich habe aber festgestellt, dass die leisesten Velocities sowieso nicht verwendbar sind, da sie in keinem Kontext hörbar sind. Andererseits klingt der Bereich, in dem sich der Drummer normalerweise bewegt (so ab Velocity 60 aufwärts) und der auch nutzbar ist, schnell trotzdem maschinell und gleichförmig. Dieser Effekt tritt besonders deutlich zu Tage, wenn man dann wie üblich die Snare und das ganze Set schön dick komprimiert. Dann klingen die ach so vielen Snare-Varianten auf einmal alle gleichermaßen nach Pappdeckel.

Doch nun wieder zu den findigen Österreichern: VSL wirbt bei Vienna Jazz drums nicht mit unglaublich vielen Velocity-Stufen. Tatsächlich sampelt VSL nur 5 oder 6 oder so. Im Vergleich zu den anderen Monster-Libraries klingt das erstmal lächerlich. Aber VSL sampelt die Trommeln über das ganze Fell hin bis zum Rand und nicht nur an einem Punkt. Und man kann dieses Wandern der Sticks über das Fell sogar per Modulation kontrollieren. Ist das innovativ, oder was?
Eine Snare klingt nun mal alle 2cm vollkommen anders. Und ein echter Drummer trifft auch nicht bei jedem Schlag dieselbe Stelle. Im Gegenteil: Ein echter Drummer variiert gekonnt die Stelle, wo der Stick aufrifft, um unterschiedliche Klänge zu erhalten. Bei den Mitbewerbern bekommt man nur entweder Hit oder Rimshot, aber nichts dazwischen.

Tatsächlich lassen sich so wesentlich lebendigere und realistischer klingende Drum-Grooves programmieren als mit den tonnenschweren Giga-Libraries der Mitbewerber. Lustigerweise scheint bisher niemand außer mir mit den Vienna drums zu arbeiten, denn ich konnte in den einschlägigen Foren nur über BFD, Superior Drummer, Steven Slate drums etc. nachlesen. Nichtmal ein ausführliches Review ließ sich finden.
Zusätzlich beinhaltet Vienna Jazz drums auch noch Rolls und Flams in verschiedenen Geschwindigkeiten. Auch die Integration in Logic gelingt mit dem Gratis Vienna-Player "Vienna Ensemble" weitaus eleganter als mit BFD. Die versprochenen "Multiple outputs" des fxpansion-Produkts konnte ich auch nach wochenlangem Experimentieren in Logic nicht finden.
Bei VSL Vienna Jazz drums hatte ich nach fünf Minuten alle Drum-Kanäle im Logic-Mixer.

Im Vergleich zu BFD 2 wirkt Vienna Jazz drums natürlich spartanisch: Nur ein drumset, nur ein Raumklang, keine Effekte, kein Overhead-Bus etc., einfach nichts außer einem (!) gut klingenden Drum-set. Aber dieses eine Set macht mehr Spaß als alle 20 sets, die ich inkl. der Platinum Samples mittlerweile in BFD habe.